Sattel des Jahres 2019 | The Wade

Das Rieser-Wade-Sattel-Projekt

Seit Jahren erlebt der Wade-Sattel eine Renaissance. Nachdem der Wade-Sattel, hergestellt bei Hamley-Saddlery, durch Ray Hunt und die Dorrance-Brüder populär wurde, versuchten viele Sattelbaumhersteller und Sattler diesen Sattel nachzubauen.

Aus diesem Grunde gibt es unzählige Interpretationen von Wade-Sätteln. An die Funktionalität des Originals kommen nur sehr wenige Insider heran.

Im Hamley Katalog von 1940 wird „The Wade“ das erste mal abgebildet und beworben. Die Sattlerei Hamley steht für das absolute Original des Wades. Bei ihnen wurde der Sattel mit Bill und Tom Dorrance modifiziert und mit dem Haupt-Sattelbaummacher Walt Youngman immer mehr verfeinert.

Die Sattlerei Rieser kam durch Bruck Brannaman und seine Tochter Reata in den Besitz eines Original-Wades der ersten Generation, hergestellt von der Hamley Company.

Den Sattelbaum dieses Wades haben wir durch die bei Equiscan eingesetzte 3D-Technik „geklont“. Durch digitale Bearbeitung der Daten kann der Baum somit auf jedes Pferd und in den verschiedenen Sitzlängen für den Reiter nach Maß gefertigt werden.

Eine Geschichte, eng verbunden mit den Namen Tom und Bill Dorrance, sowie Ray Hunt.

Cliff Wade aus Wallowa County, Oregon, hatte von seinem Vater einen Sattel geerbt, den dieser aus dem Osten mitgebracht hatte. Dieser war von einem unbekannten Hersteller.

Tom Dorrance, einer der Urväter des Horsemanships, war der Nachbar von Clifford Wade. Die Dorrance Brüder fanden Gefallen an dem Sattel von
Cliff und liehen sich diesen für die Arbeit aus. Sie waren begeistert. Tom Dorrance und Dale Harwood, ein angesehener Sattelmacher aus Idaho, brachten um 1939 Cliffs Sattel zum Hamley & Company Saddle Shop. Dort wurde eine Kopie des Sattelbaumes von Cliffords Sattel angefertigt.

Um 1940 war Tom Dorrance unzufrieden mit dem Sitz des Sattels und modifizierte mit Walt Youngman, Haupt-Sattelbaummacher von Hamley, den Sattelbaum erneut. Die Bars wurden verbreitert und die Biegung in der Längsachse wurde vergrößert. Tom testete den neuen Sattel ausgiebig und war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

In der folgenden Zeit stellten Hamley‘s mehrere Sattelbäume und Sättel her, welche Hamley und Dorrance gemeinsam konzipierten. Sie wollten ihn zuerst Dorrance Sattelbaum nennen. Doch letztlich wurde er auf Tom’s Wunsch hin „The Wade“ genannt, zu Ehren Clifford‘s Vater, von dem er wie oben beschrieben, das Original erhalten, kopiert und modifiziert hatte. Die Dorrance Brüder waren auch der Meinung das Ray Hunt, der ebenfalls einen Wade Sattel von Hamley ritt und durch den Einsatz in seinen Pferdekliniken weltweit bekannt machte, wesentlich zur Popularität des Wade Sattel beigetrug.

Ein Sattel von Buck Brannaman und seine Geschichte

Im Sommer 1958 hat Tom Dorrance seinen Sattel an einen jungen Cowboy mit den Initialien K.E.E. ausgeliehen. Am Ende des Sommers nahm Tom diesen jungen Mann mit zu Hamley & Company in Pendelton, Oregon, um einen eigenen, den hier gezeigten Sattel, mit K.E.E. am Cantle eingestempelt, abzuholen.

Vor einigen Jahren verkaufte der inzwischen 85-jährige Cowboy diesen Sattel an Buck Brannaman. Es ist ein Sammlerstück und wurde von Reata Brannaman, seiner Tochter auf Facebook zum Verkauf angeboten. Dieses Schmuckstück war für Sammler und Cowboys ausgeschrieben, mit dem Verweis ein sehr wertvolles Stück Geschichte mitgeliefert zu bekommen.

Die Sattlerei Rieser e.K. ist auf Grund glücklicher Umstände in den Besitz dieses historischen und geschichtsträchtigen Sattels gekommen.
Dieses Unikat hat alle typischen Merkmale des Wade-Sattels, der 1942 erstmals im Hamley-Katalog abgebildet wurde, z.B. die im mittleren Bereich schmaler ausgeformte Cheyenneroll. Aufgrund der im Cantle eingestempelten Nummer lässt sich der Sattel eindeutig als einer der ersten Generationen des Wade-Sattels identifizieren. Er hat eine original Hamley Aufhängung der Stirrups, welcher außer bei Hamley noch von dem Sattelmacher Dale Harwood verwendet wurde. Die Sitzgröße beträgt 15 Inch und die Bars haben eine Gullet Weite von 5 3⁄4 Inch. Die Winkelung beträgt 89 Grad und passt auf die älteren Typen der Ranch-Pferde.

Der Sattel wurde bei Hamley restauriert und erhielt neues Schaffell unter den Skirts sowie neue Strings. Dies geschah auf Veranlassung von Buck Brannaman, nachdem er diesen Sattel erworben hatte. Der Sattel war regelmäßig im Einsatz und ist voll reitbar.

Wir, das Team der Sattlerei Rieser, sind sehr stolz darauf diesen Sattel in unserer Sammlung von historischen Sättel zu haben!

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